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Obst im Kübel: Feige, Zitrone, Olive und Säulenapfel

Obst im Kübel teilt sich in zwei Gruppen. Säulenapfel, Zwergkirsche und Zwergpfirsich sind winterhart und brauchen vor allem einen grossen Topf. Feige, Olive und Zitrus kommen aus dem Mittelmeerraum und entscheiden sich im Winter: Wer kein helles, kühles Winterquartier hat, sollte bei der ersten Gruppe bleiben.

Inhalt dieses Artikels (6 Abschnitte)
  1. 1Was im Kübel trägt
  2. 2Wie gross der Kübel sein muss
  3. 3Feige: der robusteste Südländer
  4. 4Zitrone: viel Licht, wenig Kälte, Regenwasser
  5. 5Olive: genügsam, aber selten mit Früchten
  6. 6Über den Winter: spät hinein, früh hinaus

Was im Kübel trägt

Im Naschbalkon-Lexikon stehen drei kleine Obstbäume, die im Kübel bleiben können. Dazu kommen die drei Mittelmeerpflanzen, nach denen am häufigsten gefragt wird:

  • Säulenapfel: bleibt schmal, Ernte im September und Oktober. Seitentriebe im Sommer auf zwei bis drei Augen einkürzen, dann bleibt die Säule erhalten.
  • Zwergkirsche und Zwergpfirsich: Bei der Kirsche eine selbstfruchtbare Sorte wählen. Der Pfirsich ist wärmeliebend, will einen windgeschützten Platz und Vlies über den Blüten bei Spätfrost.
  • Feige und Olive: verkraften Frost bis −10 °C, darunter brauchen sie ein Winterquartier (Bayerische Gartenakademie).
  • Zitrone und andere Zitrusarten: nicht winterhart, im Winter hell und kühl drinnen.

Wie gross der Kübel sein muss

40LSäulenapfel, Zwergkirsche, Zwergpfirsich
30cmFeige: Breite und Tiefe des Topfs (RHS)
30–35cmOlive: Topfdurchmesser (RHS)

Obstbäume brauchen deutlich mehr Erde als Gemüse. Für Säulenapfel, Zwergkirsche und Zwergpfirsich rechnet der Katalog mit mindestens 40 Litern, beim Säulenapfel besser 40 bis 50.

Die Feige ist eine Ausnahme: Ein eher enger Topf fördert das Tragen. Gut sind rund 30 cm Breite und Tiefe mit torffreier Erde auf Lehmbasis und alle paar Jahre im März ein etwas grösserer Topf (RHS). Für die Olive passen 30 bis 35 cm mit kiesiger Erde auf Lehmbasis (RHS), für Zitrus Zitruserde oder Lehmerde mit etwa 20 Prozent Sand oder Splitt (RHS).

Feige: der robusteste Südländer

Im Topf trocknet die Feige schnell aus. Halte sie im Sommer gleichmässig feucht, schau bei Hitze täglich nach und dünge bis zur Reife alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Flüssigdünger (RHS). Beim Schneiden Handschuhe tragen, der Milchsaft reizt die Haut.

Eine Eigenheit hilft beim Verständnis: Die Feige legt im Spätsommer an den Triebspitzen kleine Fruchtansätze an, die als erbsengrosse Feigen überwintern und im nächsten Sommer reifen. Eine zweite Feigengeneration im selben Jahr wird in kühlem Klima selten reif. Deshalb am Sommerende alle Früchte entfernen, die grösser als eine Erbse sind; die kleinen bleiben dran (RHS).

Zitrone: viel Licht, wenig Kälte, Regenwasser

Zitrus ist nicht winterhart. Hereingeholt wird, sobald die Nächte im Herbst kühl werden (RHS). Die Mindesttemperatur hängt von der Art ab:

  • Zitrone: etwa 5 °C.
  • Kumquat: oft 7 °C oder mehr.
  • Limette und Grapefruit: über 10 °C.
  • Calamondin: mindestens 13 °C.

Zitrus kann draussen bleiben bis höchstens minus 5 °C (Bayerische Gartenakademie). Das ist die äusserste Grenze, nicht der richtige Zeitpunkt: Ein Kübel auf dem Balkon friert schneller durch als ein Baum im Boden.

Zitrus behält im Winter die Blätter und braucht deshalb viel Licht. Kalte oder wechselnde Temperaturen, trockene Luft und Zugluft lassen sie Blätter abwerfen. Gegossen wird am besten mit Regenwasser, im Winter mit zimmerwarmem und eher zu wenig als zu viel. Von Ende März bis Oktober bekommt Zitrus einen stickstoffbetonten Zitrusdünger, im Winter einen ausgewogenen; hinaus kommen die Pflanzen erst, wenn es dauerhaft warm ist (RHS).

Olive: genügsam, aber selten mit Früchten

Viele Oliven sind recht frosthart, starker Frost kann aber die Äste schädigen (RHS). Im Kübel kommt sie an einen frostfreien Platz und erst wieder hinaus, wenn kein Frost mehr droht. Die Erde gleichmässig feucht halten, monatlich ausgewogen düngen und den Topf auf Füsse stellen, damit Wasser abläuft.

Früchte trägt die Olive am ehesten in heissen Sommern (RHS). Wer sie wegen der Oliven kauft, wird auf dem Balkon oft enttäuscht; als silbergrünes Bäumchen ist sie trotzdem ein Gewinn. Geschnitten wird im zeitigen Frühjahr, im Topf die Hauptäste jedes Jahr auf einen guten Ersatztrieb zurück.

Über den Winter: spät hinein, früh hinaus

Für Kübelpflanzen gilt: spät einräumen und bald wieder ausräumen (Bayerische Gartenakademie). Feige und Olive können oft bis Ende November oder Anfang Dezember draussen bleiben.

  1. Ab Ende August nicht mehr düngen und das Giessen schrittweise verringern; Zitrus ist die Ausnahme und bekommt auch im Winter einen Zitrusdünger (RHS).
  2. Vor dem Einräumen Triebe und Krone um gut ein Drittel einkürzen (Bayerische Gartenakademie). So brauchen die Pflanzen weniger Platz und stehen luftiger, das senkt Schädlings- und Pilzbefall.
  3. Mit nicht zu nassem Ballen einräumen.
  4. Hell und kühl überwintern, bei 5 bis 10 °C: heller Keller, kühler Raum, frostfreie Garage oder Treppenhaus.

Säulenapfel, Zwergkirsche und Zwergpfirsich bleiben draussen. Den Topf möglichst nahe an die Hauswand stellen, mit Frostschutzvlies oder einem Sack voll trockenem Laub oder Stroh umhüllen und auch im Winter nicht zu stark austrocknen lassen (Bayerische Gartenakademie). Beim Pfirsich im Frühjahr die Blüten bei Spätfrost mit Vlies abdecken.

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Quellen