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Nüsslisalat auf dem Balkon: Wintersalat richtig säen

In Österreich Vogerlsalat, in Deutschland Feldsalat: der genügsamste Salat überhaupt

Inhalt dieses Artikels (6 Abschnitte)
  1. 1Nüsslisalat, Vogerlsalat, Feldsalat, Rapunzel
  2. 2Zwei Saatfenster: Frühjahr und, wichtiger, Spätsommer
  3. 3Der häufigste Fehler: zu früh im Sommer säen
  4. 4Anspruchslos beim Gefäss: 2 Liter genügen
  5. 5Überwintern im Balkonkasten
  6. 6Ernten und kombinieren

Nüsslisalat, Vogerlsalat, Feldsalat, Rapunzel

Kaum ein Gemüse hat so viele Namen: In der Schweiz heisst er Nüsslisalat oder kurz Nüssli, in Österreich Vogerlsalat, in Deutschland je nach Region Feldsalat, Ackersalat oder Rapunzel. Gemeint ist immer Valerianella locusta. Für die Saatgutsuche lohnt es sich, alle Begriffe zu kennen. Bei Schweizer Anbietern findest du unter „Feldsalat“ oft nichts.

Zwei Saatfenster: Frühjahr und, wichtiger, Spätsommer

Nüsslisalat lässt sich zweimal im Jahr direkt säen: von Anfang März bis etwa Mitte April und dann wieder von Anfang August bis Mitte Oktober. Das zweite Fenster ist das interessantere. Die Herbstsaat überwintert im Balkonkasten und liefert von den ersten frostfreien Tagen an frische Blätter, zu einer Zeit, in der auf dem Balkon sonst nichts wächst. Nüsslisalat passt ausserdem gut als Nachfolger für abgeräumte Sommerkulturen: Wo im Juli die Buschbohnen standen, kann im August schon der Wintersalat keimen.

Der häufigste Fehler: zu früh im Sommer säen

Nüsslisalat ist ein Kaltkeimer im praktischen Sinne: über etwa 22 °C keimt er schlecht bis gar nicht. Wer Anfang August bei Hitze sät, wundert sich über lückenhaften Aufgang und schiebt es auf schlechtes Saatgut. Tatsächlich war es einfach zu warm. Warte auf eine kühlere Phase, säe abends und beschatte den Kasten in den ersten Tagen. Als Dunkelkeimer werden die Samen leicht mit Erde bedeckt oder nur angedrückt.

Anspruchslos beim Gefäss: 2 Liter genügen

Nüsslisalat ist Flachwurzler und Schwachzehrer, die genügsamste Kombination im ganzen Lexikon. Zwei Liter Erde pro Pflanzgruppe reichen, ein flacher Standard-Balkonkasten mit 15 cm Tiefe ist völlig ausreichend. Dünger braucht er praktisch keinen; in frischer Blumenerde wächst er ohne Zutun. Der Pflanzabstand liegt bei rund 8 cm. Halbschatten verträgt er gut, was ihn auch für Nord- und Ostbalkone brauchbar macht.

Überwintern im Balkonkasten

Nüsslisalat ist ausgesprochen frosthart und übersteht Minusgrade im Kasten problemlos. Gefährlicher als Kälte ist Nässe: Staunässe bei Dauerregen lässt die Pflanzen faulen. Stelle den Kasten deshalb leicht geneigt oder auf Füsse, damit Wasser abläuft, und prüfe, dass die Abzugslöcher frei sind. An frostfreien Tagen giesst du sparsam. Die Erde soll leicht feucht, nie nass sein.

Ernten und kombinieren

Nach acht bis zehn Wochen sind die ersten Rosetten so weit. Schneide die ganze Rosette knapp über dem Wurzelhals ab, statt einzelne Blätter zu zupfen. So bleibt sie sauber und hält sich länger. Gute Nachbarn im Kasten sind Radieschen, Pflücksalat, Kohlrabi und Erdbeeren. Besonders bewährt hat sich die Kombination mit Winterportulak: Beide keimen kühl, beide überwintern, und zusammen ergeben sie einen Kasten, der von November bis März erntereif bleibt.

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