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Balkonkasten bepflanzen: Was passt in 15 cm Tiefe?

Der Standardkasten kann mehr, als viele denken, und weniger, als Ratgeber versprechen

Inhalt dieses Artikels (7 Abschnitte)
  1. 1Was in einem Standardkasten wirklich drin ist
  2. 2Die 19 Kulturen, die zuverlässig funktionieren
  3. 3Die Falle: wenig Liter, aber zu tief
  4. 4Das umgekehrte Missverständnis: flach heisst nicht kastentauglich
  5. 5Was definitiv nicht hineingehört
  6. 6Drei erprobte Kombinationen für 12 Liter
  7. 7Zwei Handgriffe, die mehr bringen als jede Sortenwahl

Was in einem Standardkasten wirklich drin ist

Der handelsübliche Balkonkasten misst 60 cm in der Länge und etwa 15 cm in Tiefe und Höhe. Das ergibt rund 12 Liter Erde, abzüglich Drainageschicht und Setzungsverlust eher 10. Diese Zahl ist die Grundlage jeder Planung: Sie muss für alle Pflanzen im Kasten zusammen reichen, nicht für jede einzeln.

Die 19 Kulturen, die zuverlässig funktionieren

Mit 2 Litern kommen aus: Basilikum, Schnittlauch, Thymian, Sand-Thymian, Rucola, Radieschen, Majoran, Sommer-Bohnenkraut, Schnittknoblauch, Feldsalat (Nüsslisalat) und Kerbel. Gartenkresse kommt sogar mit 8 cm Tiefe aus und ist damit die anspruchsloseste Kultur im Lexikon. Mit 3 Litern dazu kommen Oregano, Pflücksalat, Spinat, Asia-Salat, Winterportulak sowie Erdbeere und Monatserdbeere. Alle diese Arten wurzeln flach. Für sie reichen die 15 cm wirklich aus.

Die Falle: wenig Liter, aber zu tief

Hier liegt der Fehler, den die meisten Ratgeber nicht erwähnen. Petersilie, Dill und Frühlingszwiebel brauchen jeweils nur 3 Liter, dieselbe Menge wie Pflücksalat. Trotzdem gehören sie nicht in den flachen Kasten, denn alle drei brauchen 20 cm Tiefe. Petersilie und Dill sind Doldenblütler mit ausgeprägter Pfahlwurzel; stösst sie auf den Boden, bleibt die Pflanze klein und schosst früh. Die Literzahl allein sagt eben nichts über die Tiefe.

Das umgekehrte Missverständnis: flach heisst nicht kastentauglich

Die Heidelbeere wurzelt ausgesprochen flach und taucht in Wurzeltiefen-Tabellen regelmässig neben Salat auf. Trotzdem ist sie für den Balkonkasten ungeeignet: Sie braucht 25 Liter Erde und dazu saure Spezialerde, die andere Kulturen nicht vertragen. Flachwurzelnd und kastentauglich sind zwei verschiedene Eigenschaften, man braucht beide.

Was definitiv nicht hineingehört

Über 20 cm Mindesttiefe scheiden aus: Buschbohne (22 cm), Erbse, Knoblauch, Zwiebel, Rote Bete, Knollenfenchel und Palmkohl (je 25 cm), Möhre (28 cm) sowie alle Fruchtgemüse: Balkontomate 25 cm, Cherrytomate, Gurke, Zucchini und Aubergine je 30 cm. Bei diesen Arten fehlt es an beidem, Tiefe und Volumen: Eine einzelne Cherrytomate belegt mit 10 Litern schon fast den ganzen Kasten.

Drei erprobte Kombinationen für 12 Liter

Küchenkasten: Schnittlauch (2 L) + Petersilie-Ersatz Kerbel (2 L) + Basilikum (2 L) = 6 Liter, viel Reserve. Schnellernte-Kasten: Radieschen (2 L) + Pflücksalat (3 L) + Rucola (2 L) = 7 Liter, erste Ernte nach vier Wochen. Winterkasten: Feldsalat (2 L) + Winterportulak (3 L) + Spinat (3 L) = 8 Liter, Aussaat ab August, Ernte von November bis März. In allen drei Fällen bleibt bewusst Luft nach oben. Ein randvoll gerechneter Kasten trocknet im Hochsommer zu schnell aus.

Zwei Handgriffe, die mehr bringen als jede Sortenwahl

Erstens: Abzugslöcher prüfen. Viele Kästen werden ohne geliefert oder haben nur vorgestanzte Markierungen, die man selbst durchstossen muss. Ohne Abfluss steht das Wasser im Boden und die Wurzeln ersticken. Das sieht aus wie Trockenheit und wird oft mit noch mehr Giessen beantwortet. Zweitens: kein Wasser im Untersetzer stehen lassen. Nach dreissig Minuten abgiessen. Beides kostet nichts und verhindert die häufigste Ausfallursache im Kasten.

Passende Steckbriefe im Lexikon

Aussaatfenster, Topfgrösse und Nachbarn für die Kulturen aus diesem Artikel.

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